„Man muss mit Herzblut ans Werk gehen“

Fotos: Klaus Wohlmann

Werner Koopmann hat ein großes Herz für Classic Cars. Derzeit restauriert er in seiner Kfz-Werkstatt ein Mercedes-Coupé aus den späten 60er-Jahren. Es ist bereits der zweite Anlauf: Eine andere Werkstatt scheiterte bei dem Versuch, dem betagten Veteranen wieder seinen alten Glanz zu verleihen. Doch Koopmann ist sich sicher, dass er es schaffen wird.

„Das ist mal ein richtig schönes Weiß“, sagt Werner Koopmann und blickt wohlgefällig auf den 50 Jahre alten Mercedes. „Und auf diesem Klassiker kommt es auch sehr gut zur Geltung.“ Die Rede ist von einem Mercedes-Benz 250 CE, Baujahr 1969, im Farbton „Papyrusweiß“. Mit dieser Baureihe – werksinterne Bezeichnung: W114 – nahm Mercedes endgültig Abschied von der Formensprache der 50er- und frühen 60er-Jahre. Im Vergleich mit ihrer Vorgängerin, der Baureihe W110 mit ihren Heckflossen, war das W114-Design geradlinig, sachlich und funktional.

Das Coupé orientierte sich zwar an der Optik der Limousine, zeichnete sich jedoch durch einen Hauch von Extravaganz aus. Sein niedrigerer Dachaufbau erinnerte an die einige Jahre zuvor vorgestellte „Pagode“, den Mercedes-Sportwagen 280 SL. Ein besonders „stylishes“ Merkmal war die seitliche Verglasung: Sie wurde durch keine B-Säule unterbrochen – die hatte Mercedes-Stardesigner Paul Bracq kurzerhand weggelassen. Was dem Coupé ein schlankes, gestrecktes Aussehen verlieh.

Erster Restaurierungsversuch scheiterte
„Selbst heute ist der 250 CE noch ein sehr elegantes Auto“, findet Werner Koopmann (55). Das Exemplar, das er gerade in Arbeit hat, gehört einem Mercedes-Fan aus Bonn. „Er wollte ihn ursprünglich in einer anderen Werkstatt restaurieren lassen“, berichtet Koopmann. „Dort gab den Auftrag aber nach einer Weile zurück. Danach stand er jahrelang demontiert in einer Garage.“

Der Grund dafür war offenbar, dass man den Arbeitsaufwand unterschätzt hatte – kein seltenes Phänomen bei Oldtimer-Restaurierungen. „Tatsächlich fehlten viele Teile“, sagt Koopmann. „Die alle zu besorgen, bedeutet natürlich einigen Aufwand.“ Dennoch zögerte er nach einer Bestandsaufnahme nicht, den Auftrag zu übernehmen. Denn dank früherer Restaurierungs-Projekte verfügt er über gute Kontakte in die Oldtimer-Szene, speziell für Mercedes-Fahrzeuge. „Ein solches Netzwerk ist sehr hilfreich“, sagt er. „Ich habe zwar viel herumtelefonierten müssen, aber auf diesem Weg auch zahlreiche Teile organisieren können.“

„Aus Rost wieder ein Auto machen“
Classic Cars sind eine Spezialität von Werner Koopmann und stehen regelmäßig in seiner Karosserie- und Lackierwerkstatt in Neustadt/Wied bei Bonn (mit dem hauseigenen Shop „Paint-Monkeys-Garage“). Mit seinen fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übernimmt er natürlich auch normale Autoreparaturen. Aber in der Restaurierung von Old- und Youngtimern sieht er eine Möglichkeit, sich bei seinen Kunden zu profilieren. Und er liebt die Herausforderung, die mit solchen Projekten verbunden ist. „Bei manchen Aufträgen macht man buchstäblich aus Rost wieder ein Auto. Aber man muss natürlich mit Herzblut ans Werk gehen.“

Die Arbeiten am Mercedes 250 CE sind bereits weit fortgeschritten. Unterboden und die Achsen wurden eisgestrahlt und pulverlackiert, ebenso die Felgen. Motorraum und Partien der Fahrzeugfront strahlen wieder in Papyrusweiß. Den Farbton hat Werner Koopmann mit der Farbtonsoftware Standowin iQ ermittelt, für die Lackierung setzt er auf einen 2K-Lack aus der Standofleet-Reihe von Standox. Eigentlich ein Nutzfahrzeugprodukt, aber damit, so hat er festgestellt, erzielt er exakt den Originalfarbton. Fachberater Markus Limbach vom Leitgroßhändler Lackierbedarf Koch, von dem Koopmann seine Lacke bezieht, sieht dies zum einen als Beleg für die Erfahrung seines Kunden. „Zum anderen unterstreicht es aber auch die Qualität von Standofleet. Denn für die Lackrestaurierung von Classic Cars braucht es einem hervorragenden Decklackstand.“