Classic Cars in Deutschland sind 24 Milliarden Euro wert

Auf stolze 24 Milliarden Euro beziffert eine aktuelle Studie den Gesamtwert aller Liebhaberfahrzeuge, die in Deutschland existieren. Diese Summe zeigt: Der Markt für die Reparatur, Wartung oder Restaurierung von Classic Cars ist größer und lukrativer als bislang vermutet.

In Deutschland gibt es rund 9,5 Millionen Autos, die älter als 15 Jahren sind. Die weitaus meisten werden noch im normalen Alltagseinsatz bewegt – doch etwa 1,4 Millionen sind reine Liebhaberstücke. Viele davon sind noch fahrfähig, andere haben ihre mobilen Tage bereits hinter sich; einige dienen als Hobby, andere als potenzielle Geldanlage. Echte Oldtimer (mit einem Alter von 30 oder mehr Jahren) gibt es rund 530.000, und fast zwei Drittel davon verfügen über ein H-Kennzeichen, werden also noch regelmäßig gefahren.

Der Gesamtwert dieser Liebhaberfahrzeuge, das ergab eine Studie des Marktforschungsunternehmens BBE Automotive im Auftrag mehrerer Automobilverbände, beträgt rund 24 Milliarden Euro. Bemerkenswert: Nicht einmal zehn Prozent des Bestands sind Luxusklassiker mit einem Wert von über 100.000 Euro. Viel verbreiteter sind Veteranen, deren Wert sich in einem überschaubaren Rahmen bewegt. Gut die Hälfte liegt zwischen 10.000 und 50.000 Euro, über 40 Prozent sogar unter 10.000 Euro. „Der Einstieg in die Oldtimerszene ist erschwinglich“, so Gerd Heinemann, Geschäftsführer von BBE Automotive.

Am beliebtesten sind deutsche Fabrikate: Rund 43 Prozent der zugelassenen Klassiker entfallen hierzulande auf VW und Mercedes. Am beliebtesten, und das schon seit langem, ist der VW Käfer mit rund 53.000 Exemplaren. Sein ostdeutsches Pendant, der Trabant, schafft es mit rund 27.500 Exemplaren auf Platz 5.

Für die Kfz-Reparaturbranche bedeutet die BBE-Untersuchung: Classic Cars sind ein Markt, der nicht unterschätzt werden sollte. Doch das hat sich noch nicht bei allen Kfz-Betrieben herumgesprochen. Viele Werkstätten, so die Studie, präsentieren ihre Kompetenz und Dienstleistung nicht aktiv, verfügen über wenig Classic-Ambiente und nutzen ihre Chancen zur eindeutigen Positionierung nur unzureichend. Vor allem bei der Selbstdarstellung und Sichtbarkeit im Web gibt  es noch Luft nach oben.