Rettungsmission für einen Austin-Healey

Blech aufgefaltet, Scheinwerfer zersplittert, Lack verwüstet – nach seinem Auffahrunfall sah der Austin-Healey 100-6 BN4 aus wie ein Boxer nach einem schweren K.o. Normalerweise ein Totalschaden – doch ein solcher Klassiker verdient eine zweite Chance.

Das fand auch Dirk Beumer, Geschäftsführer des Düsseldorfer Karosseriebetriebs Norbert Beumer GmbH & Co. KG. räumt der Kfz-Meister ein. „Ein Austin-Healey“, so der gelernte Kfz-Meister, „ist selbst in einem solchen Zustand noch wertvoll, nicht nur ideell, sondern auch monetär.“ Der Besitzer sah das genauso: Er stellte 50.000 Euro zur Verfügung, um den Oldie neu aufzubauen.

Nachbau aus englischer Schmiede
Beumer und seine Mitarbeiter machten eine Bestandsaufnahme der beschädigten Bauteile. Die Liste war lang: Frontscheinwerfer ausgeschlagen, linker Kotflügel verzogen und gerissen, Frontmaske schwer deformiert, Stoßstange verbogen, Längsträger abgeknickt. „Es gibt Spezialfirmen, die noch Originalteile für englische Oldtimer lagern“, erklärt Beumer. Einiges konnte er wiederbeschaffen, doch nicht alles: „Eine Healey-Frontmaske aus Aluminium war nicht mehr aufzutreiben. Wir haben sie von einer Schmiede in England nachbauen lassen.“

Komplette Neulackierung in „British Racing Green“
Auch bei der Lackierung setzte Beumer auf zeitgemäße Technik: Farblich wollte er so nah wie möglich am Original bleiben, gleichzeitig aber ein modernes Lacksystem einsetzen. Die Karosserieteile wurden entlackt, geschliffen und mit dem Standox Reaktiv-Haftprimer gegen Korrosion geschützt. Unebenheiten des Untergrunds glichen Beumers Mitarbeiter mit dem VOC-System Füller aus, anschließend wurde die Oberfläche feingeschliffen.

In der Lackierkabine erhielt der Austin-Healey schließlich seine elegante Optik zurück: eine Zweiton-Lackierung mit einer Spielart des klassischen „British Racing Green“ und in hellerem Grün abgesetzten Flanken. „Wir haben dafür Standoblue eingesetzt“, erklärt Beumer. Nach mehreren Schichten Klarlack, etlichen Schleifgängen sowie einer Hochglanzpolitur konnten die Mitarbeiter die Karosserie wieder zusammenbauen – und das 60 Jahre alte Fahrzeug stand da, als sei es gerade frisch vom Band gelaufen.