Wer richtig kalkuliert, gewinnt

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Der Stundenverrechnungssatz – das gilt bei normalen Reparatur- oder Lackieraufträgen und bis zu einem gewissen Grad auch bei der Restaurierung von Classic Cars – ist die wichtigste Stellschraube beim Umsatz für Karosserie- und Lackierwerkstätten. Das Seminar „Richtig kalkulieren“, veranstaltet vom Werkstattnetzwerk Repanet, zeigt, worauf es ankommt.

In ihrem Metier sind Werkstattleiter und ihre Fachkräfte in der Regel Experten. Doch nicht ganz so souverän stehen sie oft da, wenn es um die Berechnung von Reparaturkosten, Dokumentation oder Buchhaltung geht. Christopher Schmidt von der Autolackiererei D. Schmidt aus Bilkheim im Westerwald räumt freimütig ein: „Als Chef eines kleinen Unternehmens bleibt im Tagesgeschäft selten Zeit, sich weiterzubilden – der Fokus liegt klar auf reibungslosem Lackierbetrieb und Kundendienst. Aber der zweitägige Workshop von Repanet, den ich im vergangenen Jahr besucht habe, bringt wichtiges Know-how kompakt auf den Punkt.“

Kalkulation muss der Prüfung standhalten
Tobias Metzner, Seminarleiter von „Richtig kalkulieren“, ist Mitglied im Vorstand des Verbandes der freiberuflichen und angestellten Sachverständigen (ZAK). Er kennt die Knackpunkte in den Betrieben: „Es ist nicht nur die fehlende Kenntnis der gängigen Kalkulationssysteme, die der eigentliche Schlüssel zu einer effizienten Berechnung von Reparaturkosten, Arbeitsstunden oder Gemeinkosten ist. Manchem Werkstattleiter ist der Unterschied zwischen einem Kostenvoranschlag oder Gutachten nicht geläufig. Zusätzliche Kosten verursacht fehlende Erfahrung: Manchmal läuft die Zusammenarbeit mit den Schadenlenkern nicht rund, die Bilddokumentation ist unzureichend – oder Stundenverrechnungssätze und Arbeitspositionen sind schlicht falsch berechnet.“ Mit „Richtig kalkulieren“ unterstützt Metzner die Betriebe bei der Kalkulation aller berechtigten Positionen und damit beim Bestehen der Reparaturkalkulation durch die Prüfdienstleister.

Nichtwissen schadet dem Betrieb
Für Christopher Schmidt hat sich der Besuch des Seminars gelohnt. „Allein die Einweisung in das Audatex Schadenkalkulations-System hat sich in der Praxis ausgezahlt. Jetzt rechnen wir alle Schäden korrekt ab. Vorher war das manchmal schwierig, es ging oft zu meinen Lasten und zu Gunsten der Versicherer. Durch die Anpassung mit Audatex wird die tatsächlich geleistete Arbeit besser vergütet. Jetzt stimmt die Kalkulation, so dass wir in einigen Fällen deutliche Mehreinnahmen hatten.“ Ebenfalls hilfreich sind, so Christopher Schmidt, die Briefings zur korrekten Lackindex-Anwendung in Bezug auf das AZT-System sowie zur passenden Lackiermethode für Kunststoffteile. Sein Fazit: „Ich empfehle jedem, den eigenen Horizont zu erweitern und den Input von Experten einzuholen.“