Endlich wieder ein richtiger Alfa!

Alfa_Romeo_156_1.9_JTD (Corvette6r)Copyright: Corvettec6r

Mit dem Alfa Romeo 156 begann 1997 so etwas wie die Renaissance der Automarke Alfa Romeo. Nach jahrelanger Stagnation löste der 156er endlich wieder das Versprechen ein, das man traditionell mit dem Namen der Marke verbindet: Sportlichkeit gepaart mit italienischem Chic.

Die Automarke Alfa Romeo punktet heute neben guter Motorisierung vor allem mit einem großen Plus: Spitzendesign made in Italy. Alfas, so heißt es, haben das „gewisse Extra“. Das kann ein toller Motor sein, eine harmonisch proportionierte Karosserie, aber auch ein Detail wie eine besonders stylische Heckleuchte oder ein elegant geformter Kühlergrill. Was auch immer dieses besondere Alfa-Flair ausmacht: Autoästheten geraten dabei ins Schwärmen.

Doch diese Qualität war eine Zeit lang verloren gegangen. 1986 wurde die traditionsreiche Marke Teil des Fiat-Konzerns, und bei den Modellen, die in den folgenden Jahren auf den Markt kamen, war vom alten Alfa-Chic nicht mehr viel zu sehen – sie waren schlicht langweilig. Die Marke, die vor allem in den 50er- und 60er-Jahren technisch und optisch Maßstäbe gesetzt hatte, kränkelte und drohte ihre Identität zu verlieren.

Ein Neuanfang

Das änderte sich erst wieder, als auf der IAA 1997 der Alfa Romeo 156 vorgestellt wurde. Die Alfisti waren begeistert: Mamma mia, che bellezza! Die Stufenheck-Limousine, die der Designer Walter Maria de Silva gezeichnet hatte, entpuppte sich als wahrlich großer Wurf. Ob von vorne, von hinten, von der Seite – der 156 sah aus jeder Perspektive kraftvoll, dynamisch und einfach hinreißend aus. Dazu trug auch die Lackierung bei: Im Farbkatalog fanden sich bereits Effektlacke, die bei wechselndem Blickwinkel die Farbe änderten. Darüber hinaus bot der Wagen das sportliche Fahrgefühl, das zu einem Alfa einfach dazugehört. Dass er in puncto Technik mit dem biederen Modell Tipo der Konzernmutter Fiat verwandt war, interessierte niemanden – endlich wieder ein richtiger Alfa Romeo!

Der Alfa-Retter

Bis 2005 liefen rund 680.000 Exemplare des 156ers vom Band, damit gilt er heute als Retter der Marke Alfa Romeo. 2000 gelang sogar das Kunststück, mit dem „Sportwagon“ eine Kombi-Version auf den Markt zu bringen, die der Limousine an Eleganz in nichts nachstand. Der Einfluss des 156ers auf die Modellpolitik von Alfa Romeo ist unübersehbar: Seit 1997 sind Alfa Romeos wieder richtige Hingucker.