Im Porsche-Wunderland

Kaum etwas am Betriebsgebäude von Early 911s im Wuppertaler Südwesten lässt mich erkennen, was sich hier verbirgt. Auf dem Parkplatz stehen Fahrzeuge der unterschiedlichsten Marken und Preisklassen, viele davon in unauffälligen, gedeckten Farbtönen. Nur zwei Porsche 911 in leuchtenden 70er-Jahre-Farben stechen heraus und deuten an, was den Besucher erwartet. „Leider haben wir noch keinen Showroom, in dem wir unsere Fahrzeuge angemessen präsentieren können“, sagt Manfred Hering (52), Gründer und Inhaber von Early 911s. „Aber wir arbeiten dran.“

Dass Early 911s längst genügend Exponate für einen tollen Showroom hätte, wird spätestens klar, als Manfred Hering die Tür zur ersten Halle öffnet: Dicht an dicht, Stoßstange an Stoßstange stehen hier Dutzende Porsche aus den verschiedensten  Epochen: 911er aus den 60ern mit den markanten Fuchsfelgen, offene Targas mit dem charakteristischen Überrollbügel, Turbos mit riesigen Heckspoilern, ein eckiger „Volksporsche“ 914, ein 911 S/T mit Rallye-Ausstattung, ein schneeweißes 356er Cabrio, das früher von der deutschen Autobahnpolizei gefahren wurde, und und und … Dazwischen zwei Top-Raritäten: ein Porsche 597, ein in nur kleiner Stückzahl produzierter Geländewagen aus den 50er-Jahren, und der Porsche HLS, eine Designstudie für ein „Klappdach-Coupé“, die 1964 von der Uni Aachen auf Basis eines 911ers entworfen wurde.

Komplette Karosserien im Hochregal
Diese Auswahl ist für Porsche-Fans bereits üppig – doch in den beiden
dahinterliegenden Hallen dürften ihnen erst recht die Augen übergehen: In der Klassikhalle stehen Dutzende von komplett- oder teilmontierten Fahrzeugen, an denen gerade gearbeitet wird, darunter ein wunderschönes Exemplar des Porsche 356 Speedsters. Womöglich noch eine Steigerung ist die nächste Halle, in der die Ersatzteile gelagert werden: Hier liegen nicht nur Kotflügel, Motorhauben, Felgen oder Armaturenbretter im Hochregal, sondern komplette Karosserien, und das auf drei Etagen. „Ich schätze, dass wir im Moment etwa 450 Fahrzeuge bei uns haben“, sagt Manfred Hering sachlich. Die Auswahl reicht von den ersten Nachkriegs-Porsches bis hin zur Baureihe 993 aus den 90er-Jahren, der letzten mit luftgekühltem Motor.

„Der Porsche war nie mein Kindheitstraum“
Die neuen wassergekühlten Modelle interessieren Hering nicht – eine Einstellung,
die sich auf den ersten Blick dem Purismus eingefleischter Elfer-Fans deckt. Doch
Manfred Hering ist keiner von ihnen. „Ich mag den Porsche, weil er für einen
Sportwagen eher zurückhaltend daherkommt. Auch seine Form hat mir immer
gefallen“, sagt er. „Aber es war nie mein Kindheitstraum, einen 911er zu fahren.“
Tatsächlich fand seine erste Begegnung mit dem Wagen in der Werbeagentur statt,
die er früher hatte. „Wir haben einen alten Porsche in einer Werbekampagne
eingesetzt, und mir fiel auf, wie schlecht er in Schuss war.“ Als er sich näher
mit dem Thema beschäftigte, erkannte er, dass es einen Markt für erstklassig
und originalgetreu restaurierte 911er gab – und baute ab 2006 Early 911s auf.  

Manfred Hering ist von Haus aus Wirtschaftsingenieur („Ich kann nicht mal einen Bremsbelag wechseln.“). Doch die jahrelange Beschäftigung mit dem 911er hat ihn inzwischen zu einem Experten für dieses Fahrzeug gemacht. Seine Expertise ist gefragt bei vielen, die damit liebäugeln, sich einen Porsche-Oldtimer zuzulegen. Darunter sind Markenfans und Autosammler, aber ebenso Käufer, die eher an einer lohnenden Investition interessiert sind. Sich vor diesem Schritt Rat zu holen, ist nachvollziehbar: Immerhin kommen für ein perfekt restauriertes Fahrzeug leicht einige Hunderttausend Euro zusammen. Und selbst für den Porsche 911 gilt: Nicht jeder, der angeboten wird, taugt auch als Wertanlage. „Das Fahrzeug sollte schon eine besondere Vergangenheit, eine Sonderausstattung oder Sonderlackierung haben“, erklärt Hering. „Oder es sollte eine seltene Baureihe sein. Solche Details machen einen Porsche 911 zu einem Sammlerstück und damit wertvoll.“

Porsche hat bei der Farbgebung oft etwas gewagt
Zu den eisernen Geschäftsprinzipien von Early 911s gehört, dass jedes Fahrzeug in einen tadellosen, uneingeschränkt fahrbereiten Zustand versetzt wird. Rund 80 hochqualifizierte Mitarbeiter, vom Karosserieschlosser bis zumSattler, kümmern sich darum. „Wir machen ausschließlich originalgetreue Restaurierungen“, betont Hering. „Und dazu gehört auch, dass bei einer Neulackierung die Farbe dem Original exakt entspricht.“ Um diesen Teil kümmert sich die hauseigene Lackierwerkstatt im benachbarten Solingen. Und dortvertraut man auf Standox Lacke, vor allem auf das Basislacksystem Standoblue.

 Ausschlaggebend dafür ist neben der Wirtschaftlichkeit und Verarbeitungsqualität die hervorragende Farbtongenauigkeit von Standoblue. Denn dabei nimmt es Manfred Hering sehr genau. „Ich liebe Farben“, sagt er, „und ich finde, dass gerade Porsche auf diesem Gebiet oft etwas gewagt und wirklich schöne Farbtöne entwickelt hat. Darum lege ich großen Wert darauf, dass nicht nur die Technik, sondern auch die Lackierung unserer
Fahrzeuge perfekt ist. Und dabei hat mich Standoblue durch seine Farbtongenauigkeit und seine brillanten Oberflächen überzeugt.“

Etwa 450 Fahrzeuge gibt es bei Manfred Hering zu bestaunen – von den ersten Nachkriegs-Porsches bis hin zur Baureihe 993 aus den 90er-Jahren, der letzten mit luftgekühltem Motor.