Funmobil mit Klassiker-Potenzial

Mit dem Modell Z3 brachte BMW 1995 einen stilvollen, zeitgemäßen Roadster zu einem erschwinglichen Preis auf den Markt. Und war damit jahrelang sehr erfolgreich im Roadster-Boom der 90er-Jahre. Ich finde, der Youngtimer hat gute Chancen, ein Klassiker zu werden.

Würde man Autofahrer fragen, welches Auto sie kaufen würden, wenn sie auf Aspekte wie Alltagstauglichkeit, Spritverbrauch, Kaufpreis oder Praktikabilität keine Rücksicht nehmen müssten, wäre die Antwort in vielen Fällen wohl: „Einen Roadster!“ Ein kleiner Zweisitzer, nicht luxuriös oder protzig, dafür kernig, handlich, flink und vor allem bezahlbar – das ist so etwas wie der Inbegriff eines Fun-Cars (besonders in der Cabrio-Version). Solche Autos kamen früher meist aus England, etwa der Austin-Healey, der MG-B oder der Triumph Spitfire. Doch spätestens Anfang der 1970er-Jahre ging es mit ihnen zu Ende – die vielgeliebten, aber letztlich unvernünftigen kleinen Flitzer starben aus.

Ihre Wiedergeburt erlebten sie erst Ende der 80er-Jahre: Da brachte Mazda mit dem MX-5 eine zeitgemäße Roadster-Neuinterpretation auf den Markt und landete einen Volltreffer. Bei BMW in München guckte man vermutlich etwas säuerlich: Dort hatte man eine ähnliche Idee gehabt und mit seinem Z1 ebenfalls einen modernen Roadster entwickelt. Der war mit seinen versenkbaren Türen zwar extrem stylish, kostete allerdings auch mehr als doppelt so viel wie der Mazda – BMW hatte ihn von vornherein als exklusive Limited Edition konzipiert.

Bezahlbarer Fahrspaß

Im Herbst 1995 merzte BMW diesen Geburtsfehler aus: Der neue Roadster Z3 sah zwar deutlich konventioneller aus als sein Vorgänger, war dafür aber jetzt auch für Normalsterbliche erschwinglich. Das Design stimmte: Roadster-typisch entfiel ein Großteil seiner knapp vier Meter Länge auf die voluminöse Motorhaube, das Hinterteil blieb hingegen sportlich kurz.

Ein 1,8-Liter-Vierzylinder mit 115 PS beschleunigt den Z3 auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp unter 200 km/h. Damit war selbst ein James Bond gut unterwegs: Im Blockbuster „Goldeneye“ von 1995 erhielt der Geheimagent ihrer Majestät einen Z3-Prototyp als Dienstwagen. Mit echten Supersportlern hätte es 007 damit allerdings nicht aufnehmen können – das ging erst mit späteren Z3-Baureihen, die stärkere Motoren erhielten.

Ein kommender Klassiker

Bis 2002 liefen insgesamt rund 280.000 Exemplare des Z3 vom Band, alle im US-Werk von BMW in South Carolina. Eine bemerkenswerte Stückzahl für ein Auto, das nicht gerade als typisches Alltagsfahrzeug gilt. An gebrauchten Z3 herrscht kein Mangel. Brauchbare Fahrzeuge findet man im Internet bereits zu Preisen von unter 10.000 Euro – für Z3-Fans eine gute Chance, nicht nur ein echtes Spaßmobil, sondern auch einen „kommenden Klassiker“ zu erwerben.